Level 5: Oliva nach Los Escullos (Cabo de Gata)
Dienstag 02.06.:
Durch unsere zusehends optimierte Vorbereitung am Abend,
konnten wir gegen 10:30 Uhr unsere Reise in den Süden fortsetzen. Auf diesem
Weg ein kräftiges Holá an Rainer und Sonja für die detaillierten Reisetipps.
Diesen folgend planten wir in den Nationalpark Cabo de Gata zu fahren.
Die Cabo de Gata im Südosten Spaniens zeichnet sich durch
ein besonders warmes und trockenes Klima aus und besitzt laut Wikipedia den
Status eines Biospherenreservats.
In dieser Halbwüstenflora erreichen an nur 25 Tagen im Jahr
Regentropfen den Erdboden, wodurch diese Region die trockenste Europas ist. Der
geologische Ursprung liegt in der vulkanischen Aktivität, wodurch heute noch
gut die ins Meer geflossenen Lavaströme erkennbar sind. Klingt
vielversprechend....
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| Willkommen |
Die Anreise gestaltete sich, dank unserer zwei süßen Mäuse im
Heck des Gefährts, sehr unkompliziert und wir kamen am frühen Abend in Los
Escullos an.
Um jedoch hier hin vorzudringen durchfährt man zunächst
das gesamte Tomatenanbaugebiet der Welt. Rechts und links waren bis zum
Horizont die Plantagen unter weißen Planen zu sehen. Eher unerotisch....
Wir nutzten die Gunst der Stunde und steuerten direkt die
erste der unzähligen Buchten der Region an.
„Mama, ich hab keine Angst...Hier ein Fisch, schon
gebraten!“
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| nicht kitschig |
Die Umgebung bot uns ein großartiges Panorama von
wüstenähnlichen Gebirgen im Hintergrund und malerischen Sandstränden und
Buchten im Vordergrund.
In der Bucht reihten sich einige nicht besonders große, aber
dem geschulten Auge des Flachlandsurfers, durchaus fahrbare Wellen aneinander,
so dass ich mich kurzerhand entschloss das Bodyboard zu wassern.
Die ersten zwei, drei Wellen waren erstaunlich
vielversprechend.
Mit einem Mal verspürte ich einen heftigen Biss oder Stich
in der rechten Achsel und der Brust. Eine Verletzung war nicht offensichtlich,
aber der Schmerz nahm rasant zu, so dass ich mich zügig raus bewegte.
Offensichtlich hatte mich eine Feuerqualle erwischt.
Der Schmerz war brennend und jede Bewegung des Armes war
unangenehm, auch der Wind war an der Stelle eiskalt und stechend.
Eine sehr nette Frau mit einer ebenso netten, adretten und
sprachbegabten Tochter, half uns zunächst mit einer antiseptischen Salbe und
schickte uns zur örtlichen Apotheke. Die Tochter verwies derweil auf ihre
Narben am Unerarm. Ebenfalls von einer „Medusa".
In der Apotheke gab es dann Hydrocortison zum Auftragen und
die Schmerzen wurden nach etwa 2 Stunden erträglicher. In den folgenden Tagen
schwoll das ganze noch ordentlich an und wie sich herausstellte, hatte mich das
gesamte Gallerttier in meiner Achsel kontaktiert.
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| Quallenbranding |
Ich vermute Opfer der Pelagia noctiluca – einer in der Nacht
fluoreszierenden Leuchtqualle/ Feuerqualle geworden zu sein. Nicht sehr gefährlich, aber eben schmerzhaft.
Sie kann einen Durchmesser von 10–12 cm erreichen. Die Farbe der Meduse reicht von einem blassen Pink bis hin zu bräunlich, die Schirmoberfläche ist mit nesselzellenbewehrten Warzen überzogen. Die Fangtentakel sind mit zahllosen Nematozysten besetzt, die ihrerseits mit Proteintoxiden mit einer molaren Masse von 50–150 kDa gefüllt sind (Quelle: Wikipedia)
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| Pelagia noctiluca |
In der Nacht wachte ich (Stephie) vom freundlich melodischen
Surren einer Mücke auf....niemand und vor allem nicht diese Mücke konnte
wissen, dass damit der Krieg ausgebrochen war: Wenn ich eins nicht ab kann,
dann sind das stechende Tiere!!
Also mitten in der Nacht: Auf in den Krieg!!! Ich schnappte
mir die Taschenlampe und erschlug, zunächst noch etwas aus der Übung und danach
zunehmend routinierter, insgesamt 14 Mücken!!!! Sind die bescheuert oder was?
14?
Nach den ersten 12 wurde Franka mit Magenschmerzen wach und
hatte leichte Magenprobleme, die mit einem Aufenthalt im Sanitärbereich
endeten.
Demnach wurde das Gefecht qausi nur kurz unterbrochen.
Franka vom Jagdfieber gepackt schloss sich nach überstandener Verstimmung an.
So konnte der Kampf von nunmehr zwei Amozonen-ähnlichen
Wesen fortgesetzt werden.
(„Mama da ist noch eine, Mama mach die platt! Jaaa, super,
getroffen“)
Aufgrund der Vielzahl von Mückenstichen in Frankas Gesicht
am nächsten Tag, schied die längere Öffnung der einzigen nicht mückensicheren
Tür im Wohnwagen aus.
Die maximal tolerierte Öffnungszeit der Eingangstür wurde
auf 5 Sekunden reduziert. Alles darüber ahndete ich mit bösen Blicken und hektischem
Zuschmeissen der Tür.
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| Busstop |
Mittwoch 03.06:
Es war heiss...richtig heiss! Also schlossen wir die
Zweiraderrkundungstour zunächst einmal aus und erschlossen die Umgebung in der
Kühle unseres klimatisierten Vierrads. Wir fuhren durch verschlafene
Fischerdörfer wie Las Negras, San José und Rodalquilar.
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| Las Negras |
Etwas oberhalb von San
José verließen wir befestigte Straßen und trauten uns auf die Schotterpisten,
die uns zu diversen Buchten und Stränden führen sollten. Durch eine karge aber
imposante Wüsten- und Vulkan-Bergkette fuhren wir mit unserer SUV (Sports-unimpossible-Vehikel)-ähnlich
eingesetzten Familienkutsche den diversen Schlaglöchern ausweichend zur Punta del
Monsul, Cala Chicré und Cala de la Media Luna.
Die traumhaften Buchten beschlossen wir dann noch einmal
nachmittags zu erträglicheren Sonnenzeiten mit dem Fahrrad zu erradeln.
Die 9 km bis zur Bucht von San José erschienen mit dem Auto
noch lieblich und allenfalls hügelig, wurden mit dem Fahrrad aber schnell zu
langgezogenen Aufstiegen mit deutlichen Höhenunterschiedenen. Naja 9km sind mit
dem Fahrrad zu vertreten! Also strampelten wir mit der Sonne im Rücken fröhlich
weiter.
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| San José |
In der Cala angekommen machten wir uns zu unserem neuen
Lieblingssport auf:
Finde den optimalen Platz und richte dich am Strand häuslich
ein. Dies gestaltete sich aber aufgrund des deutlichen Windes als schwierig. Es
galt zum einen, den beiden kleinsten Reisenden ausreichend Schatten zu spenden,
dabei jedoch stets den Schutz vor
direkter Sandstrahlung zu vermeiden.
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| Strand San José |
Bepackt wie Esel ging es nun zum Strand:
Auslegeware: Handtücher und Decke wurden in Windrichtung
verlegt um klassischer Weise direkt wieder umzuklappen und die frisch
eingeschmierte Orlina in Ruhe dem Erdboden „gleich“ zu machen.
Danach wurde versucht den Kinderwagen strategisch so zu
positionieren, dass Franka darin weiter
schlafen konnte und Orlina gleichzeitig Schatten spendete. Dieser Versuch
mißglückte aufgrund des schnittigen Designs...nicht hoch genug, nicht breit
genug etc. Also den erstandenen Sonnenschirm aufspannen und so niedrig wie nur
irgend möglich einbuddeln.
Kurz zusammengefasst: Gesagt, getan, versagt, weggetan! Der
Schirm wurde noch vor Ort begraben.
Nach diversen Malen des Wegfliegens und erneuten Einbuddelns,
entschlossen wir uns zu einer kreativen, wie festen Bindung an das Kindertransportgerät.
Nun schlug der Schirm mehrfach um und amüsierte neben uns auch die umliegenden
Badegäste.
Seitdem verzichten wir auf einen Sonnenschutz durch Sonnenschirm.
Scheißteil!
Unterdessen war Franka irgendwann wach geworden. Der fortwährend
blasend und in BÖhen aufkommende Wind peelte ihr die Haut, was durch
hysterisches Kreischen quittiert wurde! Hervorragend! Es lief also! Die mit
beiden Kindern vorgenommene Flucht ins Wasser entspannte die Gemüter.
Orlina machte, wie Franka vor zwei Jahren, ihre ersten
Schritte, an den Händen gehalten, im Mittelmeer und freute sich über die Wellen
ebenso wie die große Schwester.
Diese wurde fröhlich von Papa gegen die umschlagenden Wellen
geschmissen. „Bauchklatscherwelleeee!“
Wir entschieden uns nach Abschluß dieses Stranderlebens im
Strandlokal zu dinieren und entschieden uns für unseren ersten Steinbutt!
(Franka: „Oh jaaaaa! Fisch! Mama ist mag Fisch!“ Mama: „Ist das unser Kind??“)
Gestärkt und entspannt fuhren wir mit einem schlafenden Baby
und einem Sterne zählenden Kind durch die Nacht nach Hause.
Donnerstag und Freitag 04.06 & 05.06.:
Die nächsten zwei Tage bestimmte die Entspannung unseren
Tagesablauf. Die Vormittage verbrachten wir primär am Wohnwagen und auf dem
Mini-Spielplatz.
Wir planten nun erstmals unsere Weiterreise bis zum Ende
durch und wussten etwas konkreter, wohin es uns in den nächsten Wochen
verschlagen wird.
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| Poolparty |
An den Nachmittagen fuhren wir dann jeweils zu den Buchten
und genossen die Sonne, das Meer und den glitzernden Vulkansand, der zu super
Prinzessinnensandburgen aufgetürmt wurde, fingen Seeigel und sogen die
traumhafte Natur weiter in uns auf.
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| Sandstrahlschutz |
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| Welle!!! |
Das obligate Eis am Tag sollte abschließend in Isleta del
Moro eingenommen werden. Das klappte leider nicht auf anhieb, da Stephie das
Geld vergessen hatte.
Kommentar der Tochter: „Mama ich bin gerne bei Dir“ – Pause
- „aber wenn Du Dein Geld vergessen hast bin ich immer traurig!“ Achso, ja
klar!
Auf dem Rückweg schepperte es dann auf Hälfte der Strecke
einmal ordentlich auf unserem Dach und im Rückspiegel landete der Reiseführer
auf die Straße.
Interessanterweise konnte sich keiner erinnern ihn aufs Dach
gelegt zu haben. Nachdem er geborgen werden konnte, alarmierte mich der Wagen,
dass wir ohne Schlüssel fahren.
Technisch sinnvoll erscheint diese Information nur, wenn
sich der Schlüssel zum Zeitpunkt der Zündung im Wagen befand, sich dann aber
„entfernte“ (Keyless). Der Motor läuft erstmal weiter. Wir packten den
Reiseführer wieder ein und glaubten zunächst an eine fehlerhafte Fehlermeldung.
Am Wohnwagen angekommen, wurde der Motor gestoppt und es überkam uns ein
unangenehmes Gefühl. Nun erlaubt die Keyless Entry-Technik unseres Autos zwar
das Weiterfahren ohne Schlüssel, ein erneutes Starten des Motors ist aber
selbstredend ausgeschlossen. Und – Er sprang nicht mehr an.
Also aufs Rad geschwungen und Schlüssel gesucht. Durch den
fallenden Reiseführer konnte zum Glück die Strecke etwas eingegrenzt werden und
der Schlüssel am Parkplatz der Bucht aufgefunden werden. Er muss vom Dach
gefallen sein.
Interessanterweise konnte sich keiner erinnern ihn aufs Dach
gelegt zu haben.
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| Oh wie schön.... |
Man kann aber, abgesehen von solch kleinen „Ausreißern“, getrost
sagen, dass wir mittlerweile zum einen gut erholt und zum anderen im
Urlaubsmodus angekommen sind. Die Kinder haben sich zusehends dem spanischem Biorhythmus
angepasst (spät aufstehen, spät essen, spät ins Bett gehen) und wir genießen
die Zeit miteinander sehr.
Am Abend ging es dann müde in Richtung Bett und Franka war
sehr irritiert
Franka: „Mama! Die Sterne sind ja weg!“
Stephie: „Die sind hinter den Wolken.“
Franka: „Wieso? Haben die auch Angst vor dem Wind?“
Hier noch ein paar weitere Zitate:
„Wenn ich ganz groß bin, möchte ich ein Papa werden- mit einem Penis und braunen Haaren, dann kann
ich auch scharfe Melonen essen.“
„Und wenn ich eine Mama bin, möchte ich ein Baby
kriegen...das Baby soll Matilda heißen und wenn es ein Junge wird Yunus!“
Keine Fragen mehr.
Hasta luego



















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